Ad. Strüver KG, Aggregatebau, Hamburg


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Firmen-Geschichte

Im Jahre 1893 gründet Adolf Strüver (1866-1947) die Ad. Strüver KG in Hamburg, der Eintrag ins Handelsregister Hamburg erfolgte am 23. April 1893. Nachdem im Juli 1932 der Sohn des Firmengründers, Dipl.-Ing. Hans Strüver, in das väterliche Unternehmen eintrat und die Abteilung für Aggregatebau gründete, erlangt die Entwicklung und Fertigung von Stromerzeugungs-Aggregate eine besonderer Bedeutung für das Unternehmen. Für die Abteilung für Aggregatebau, die gesellschaftlich vom Unternehmen des Vaters unabhängige ist, entsteht 1936 am heutigen Standort eine eigene Produktionsstätte, welche im Herbst 1939 bezogen werden kann. Die Fertigung der Aggregate erfolgte unter der Bezeichnung "Ad. Strüver Aggregatebau KG" in Zusammenarbeit mit der Firma Hatlapa (Uetersener Maschinenfabrik GmbH & Co., Uetersen).

Jedoch führt der Kriegsbeginn zu starken Einbussen beim Export, so dass man Ende der 1930er Jahre auch mit dem Bau von kleinen Feldbahn-Lokomotiven auf Basis eines Lorengestelles, ausgestattet mit einem 5 PS-Deutz-Einzylinder-Dieselmotor, beginnt. Die ersten "Schienen-Kuli" werden dabei von etwa 1938 bis 1942 von Hatlapa unter Verwendung des Strüver-Getriebe gebaut. Die Fertigung dieser kleinen Feldbahn-Lokomotiven nimmt Strüver selbst erst nach Kriegsende 1946 auf, in den folgenden Jahren entstehen über 400 Schienen-Kuli bei Strüver. Die letzten liefert Strüver im Oktober 1967 aus.

Die Schienen-Kuli der Ad. Strüver KG zählen heute bei Werk- und Feldbahnfans zu den Kultobjekten überhaupt. Es handelt sich bei diesen "Schienenflöhen" oder "Feldbahnhopsern" eigentlich nur um eine Lore mit aufgesetztem Verbrennungsmotor. Diese Konstruktion war aber sehr praktisch und preiswert für kleine Feldbahnen, die auf fliegenden Gleisen keine schweren Lokomotiven einsetzen konnten.

Produktionszahlen

Der erste Schienen-Kuli wurde Ende der 1930er Jahre gebaut, die letzten beiden Maschinen wurden im Oktober 1967 unter Fabriknummer 60580 und 60581 ausgeliefert. Die Fabriknummernzählung wurde 1941 mit 60001 aufgenommen, es wurden aber schon davor ca. 217 Kuli in Zusammenarbeit mit Hatlapa ohne Strüver-Fabriknummer gebaut. Bei den 60000er Nummern gibt es in den Lieferunterlagen eine große Lücke von 100 Maschinen für die Baujahre 1942-1945. Ob in dieser (Kriegs-)Zeit tatsächlich keine Schienenkulis gebaut wurden, bleibt offen. Nachweisbar sind so hingegen aus den Lieferunterlagen 483 von Strüver gebaute Schienen-Kuli.

 

Quellen

Strüver-Lieferunterlagen und Strüver-Motorkartei (Sammlung Ulrich Völz)

 


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© Jens Merte